Ausbildungsniveau und Berufschancen für Migrantenkinder

21.10.2009 von Antonio Anta Brink

Nachkommen von Einwanderern haben in Deutschland und Österreich deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als junge Menschen mit zumindest einem im Inland geborenen Elternteil. Dies gilt auch, wenn sie das gleiche Bildungsniveau erreichen. In der Schweiz gelingt die Arbeitsmarktintegration der sogenannten „zweiten Generation“ ("Secondos") dagegen vergleichsweise gut. Das ist das Fazit einer Vergleichsstudie zur Arbeitsmarktintegration der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Quelle: OECD

Grafik: OECD

In Deutschland ist bei den 20 bis 29-Jährigen "Secondos" der Anteil der Geringqualifizierten ohne Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung doppelt so hoch wie in der gleichen Altersgruppe ohne Migrationshintergrund, in Österreich sogar dreimal so hoch. Dies korreliert mit den Ergebnissen der PISA-Studie, die ergab dass in Deutschland und Österreich insbesondere die Secondos grosse schulische Defizite aufweisen. Während das deutsche Berufsbildungssystem diese schulischen Defizite etwas kompensieren kann, ergeben sich in Österreich sogar noch grössere Defizite bei der Berufsausbildung.Während sich diese Tendenzen auch in anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Dänemark oder Belgien zeigen, sieht es in der Schweiz anders aus. Zwar schneiden auch hier die Secondos beim Pisa-Test etwas schlechter ab, aber der Anteil der Geringqualifizierten liegt auf dem gleichen niedrigen Niveau wie bei der Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund.

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